Wie lassen sich Thrombosen verhindern?

Eine venöse Thrombose ist ein plötzlicher Verschluss von tiefen oder oberflächlichen Venen. Meistens sind die Beinvenen betroffen. Wird eine Thrombose nicht erkannt und behandelt, kann hieraus eine gefährliche Lungenembolie resultieren. Die Venenthrombose und Lungenembolie zählt mit einer Häufigkeit von ca. 250.000 Erkrankungsfällen pro Jahr zu den häufigen Erkrankungen in Deutschland. Das Verhindern von Thrombosen und deren Folgeschäden wird in der medizinischen Fachsprache auch mit dem Begriff „Thromboseprophylaxe“ umschrieben.

Welche Situationen können Thrombosen verursachen?

Meistens liegen beim Entstehen von Thrombosen gleichzeitig mehre Ursachen vor.

Langes Liegen und Sitzen kann durch den verlangsamten Rückfluss des Blutes aus den Beinvenen Thrombosen begünstigen. Andererseits wird bei Bewegung der Beine, vor allem der Sprunggelenke, der Rückfluss des Blutes aus Beinvenen durch die Wadenmuskulatur ganz besonders unterstützt und eine venöse Stauung verhindert. Dieser Effekt wir auch als Wadenmuskelpumpe bezeichnet.

Operationen und Verletzungen aktivieren die Blutgerinnung, so dass in solchen Situationen häufig Medikamente zum Verhindern von Thrombosen verabreicht werden. Die häufigsten Medikamente hierfür sind die niedermolekularen Heparine. Diese Medikamente werden als Bauchspritzen verabreicht. Über die Dauer der Behandlung muss individuell ärztlich entschieden werden.

Die Einnahme der Pille führt durch die Wirkung des Hormonanteils Östrogen zu einer leichten Steigerung der Blutgerinnungsneigung und kann somit eine tiefe Venenthrombose begünstigen. Dieser Risikofaktor sollte vor allem in Kombination mit anderen bekannten Faktoren wie Rauchen und eventuell vorliegende angeborene Gerinnungsstörungen beachtet werden.

Angeborenen Gerinnungsstörungen mit erhöhter Thromboseneigung sind oft bei spontan auftretenden Thrombosen mitbeteiligt. Die häufigste vererbte Gerinnungsstörung betrifft den sog. Faktor V der Blutgerinnung. Diese sog. Faktor V Mutation ist mit eine Häufigkeit von ungefähr 5% bei der Bevölkerung in Europa anzutreffen. Mit einer geringeren Häufigkeit von ca. 2% wäre noch die Prothrombin Mutation zu nennen, auch eine angeborene Gerinnungsstörung mit vermehrter Thromboseneigung.

Bei Patienten die bereits eine tiefe Venenthrombose erlitten haben aber keine dauerhaften gerinnungshemmenden Medikamente einnehmen, ist in besonderen Risikosituationen eine medikamentöse Thromboseprophylaxe zu empfehlen. Vor allem wenn bereits bestimmte Risikofaktoren bekannt sind oder die Beinvenen in bestimmten Situation besonders stark belastet werden. Dies kann zum Beispiel bei ausgedehnten und langen Reisetagen (Autofahrten, Langstreckenflüge etc.) von Bedeutung sein.

Verletzungen beim Sport an den Beinen, vor allem mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Sprunggelenke, erhöhen des Thromboserisikos, da hierdurch der venöse Rückstrom verschlechtert wird. Hier kann bereits eine Bewegung der Zehengelenke für eine Verbesserung des Blutflusses sorgen.

Viel Bewegung, schnelles Gehen, Walken, Joggen, Radfahren - die klassischen Ausdauersportarten - verbessern und unterstützen den Blutstrom aus den Beinvenen zum Herzen und führen zu einer aktiven Entstauung der Beine.

Kompressionsstrümpfe unterstützen sehr effektiv den venösen Rückstrom aus den Beinen und bewirken eine deutliche Entstauung. Sie sind somit auch ein ganz wichtiger Bestandteil der Thromboseprophylaxe. Hierzu werden mittlerweile auch im Fachhandel viele Modelle von sog. Reisetrümpfen oder modischen Stützstrümpfen angeboten. Bei besonders langem Stehen und Sitzen sind zusätzlich regelmäßige Bewegungen der Sprunggelenke, die sog Wadenmuskelgymnastik, zu empfehlen.

Das Verhindern von Thrombosen ist mit dem Wissen über deren Ursachen besser möglich. Hier sollten die genannten Tipps und Informationen beachtet werden. So kann nicht nur das sehr unangenehme Anschwellen der Beine, sondern auch Thrombosen in ihrer Entstehung aktiv verhindert werden.