Radiofrequenz (RFITT, Venefit™/Venclose™)

Seit vielen Jahren ist bei der Behandlung der Varikosis das Radiofrequenz Verfahren etabliert. Hier wird zwischen zwei verschieden Katheterarten unterschieden:

RFITT Methode /Celon Verfahren

Durch hochfrequenten Stromfluss in der Vene über eine bipolare Sondenspitze entsteht Hitze, welche die Venenwand erwärmt. Die Sonde wird kontinuierlich zurückgezogen. Die Vene wird durch die thermische Behandlung verschlossen und später vom Körper abgebaut. Benötigte Energie und Rückzugsgeschwindigkeit sind abhängig vom Durchmesser der Vene. Nach dem Verschluss der behandelten Vene ist der Stromfluss unterbrochen und das System schaltet sich selbst ab (Rückkopplung über die Impedanz). Das Behandlungsverfahren wird als Radio-Frequenz-Induzierte Thermotherapie bezeichnet (Abkürzung: RFITT) oder als Celon Methode. Es entstehen bei Verwendung dieses Katheters nicht so hohe Temperaturen an der Spitze (bis zu 100 Grad), so dass hier eine Tumeszenz Anästhesie nicht immer zwingend notwendig ist.

Radiofrequenz (Venefit™/Venclose™)

Bei einer anderen Radiofrequenzmethode besteht die Spitze des Katheters aus einem stromdurchflossenen Thermo-Element. Diese spezielle Faserspitze wird direkt durch Stromfluss erwärmt, die hierdurch entstehende Wärmeenergie wird über den Kontakt der Sonde mit der Venenwand abgegeben. Die behandelte Vene wird über die Hitzeeinwirkung der Venenwand gezielt geschädigt und verschlossen. Es wird jeweils ein definiertes Segment der Vene behandelt, abhängig vom verwendeten Katheter Typ bzw. der Länge der thermoaktiven Faserspitze. Die Länge des Thermo-Elements reicht von 2,5 bis 7 cm. Die Temperatur an der Sondenspitze erreicht 120 Grad und es wird in standardisierten Intervallen von 20 Sekunden appliziert. Je nach Befund und Durchmesser der Vene sind bestimmte Energiemengen bzw. mehrere Behandlungszyklen erforderlich. Die Vene muss vor der Hitzebehandlung durch die Sonde mit einer Mischung aus Kochsalzlösung und Lokalanästhetikum umspritzt werden (Tumeszenz Anästhesie). Nur so kann das umgebende Gewebe und kleinere Nerven vor eine Hitzeschädigung geschützt werden.

Für alle Radiofrequenz-Katheter werden Punktionssets zum Einführen der Sonden benötigt.

Fachartikel von Dr. med. Thomas Weiler

Dr. med. Thomas Weiler

Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Phlebologie

Fachwissen:

  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
  • Seit Januar 2005 niedergelassen als Gefäßchirurg in Pforzheim
  • 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie und Phlebologie
  • Ausbildungsermächtigung Fachgebiet Phlebologie
  • Endovenöse Therapieverfahren (ELVeS Radial Laser, Venefit/VNUS closure fast, Celon-Verfahren/RFITT)
  • Nationale und internationale Vorträge
  • Fortbildungszertifikat Phlebologie
  • Weiterbildungsermächtigung Phlebologie

Mitgliedschaften:

  • Berufsverband der deutschen Chirurgen (BDC )
  • Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie ( DGG )
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie ( DGP )
  • Berufsverband der Phlebologen (BVP)
  • Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Phlebologen
  • American Vein & Lymphatic Society
  • Mitglied im Vorstand AG Endovenöse Therapieverfahren, (DGP)
Focus Gesundheit 
Top Mediziner 2025 
Dr. Thomas Weiler
 Venenleiden
Logo der Deutschen Gesellshaft für Phlebologie