Varikosis in der Schwangerschaft und Pudenda Varikosis

Während der Schwangerschaft ist das Venensystem durch die physiologische Vermehrung des Blut Volumens von 1 bis 1,5 Liter stark belastet. Die Bein- und Beckenvenen sowie die Venen um die Gebärmutter werden erheblich stärker gefüllt. Krampfadern und Besenreiser verstärken sich und Venen im Genitalbereich können plötzlich sichtbar werden. Bereits bestehende Krampfadern sind in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft besonders stark gestaut. In Folge der venösen Blutstauung um die Gebärmutter können auch Krampfadern an den Oberschenkeln innen mit Ausdehnung bis in die Schamlippen auftreten (sog. Pudendavarikosis). Nach der Entbindung normalisiert sich die Blutmenge wieder, die Gebärmutter erreicht ihre ursprüngliche Größe und sichtbare Krampfadern bilden sich schnell zurück. Meistens bleiben sie in geringer Ausprägung erhalten. Auch Stauungsbeschwerden können persistieren, diese verstärken sich typischerweise am Ende der Zyklusphase durch Hormoneinwirkung. Wenn sich am Ende des Monatszyklus weiterhin Blut in die Beckenorgane staut und dort eine vermehrte venöse Blutfülle erzeugt, kann dies diffuse Unterbauchbeschwerden verursachen. Dieser Symptomkomplex wird mit dem Begriff Beckenvenen-Stauungssyndrom oder pelvines venöses Stauungs-Syndrom zusammengefasst (englisch: PCS bzw. pelvic congenstion sydrome). 

Fast immer lässt sich die sichtbare Pudendavarikosis mit einer Verödung im Bereich der Leiste bzw. des inneren Oberschenkels schonend und mit gutem Erfolg therapieren. Dadurch verschließen sich die stauungsverursachenden Venen aus dem Beckenbereich und die unschönen Krampfadern verschwinden. Eine Untersuchung der Beinvenen ist vor einer Verödung empfehlenswert, auch um zusätzliche venöse Stauungen der Beine auszuschließen. Sind Krampfadern nachweisbar ist meistens eine kombinierte Behandlung anzuraten (Radiallaser und Verödung).

Fachartikel von Dr. med. Thomas Weiler

Dr. med. Thomas Weiler

Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Phlebologie

Fachwissen:

  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
  • Seit Januar 2005 niedergelassen als Gefäßchirurg in Pforzheim
  • 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie und Phlebologie
  • Ausbildungsermächtigung Fachgebiet Phlebologie
  • Endovenöse Therapieverfahren (ELVeS Radial Laser, Venefit/VNUS closure fast, Celon-Verfahren/RFITT)
  • Nationale und internationale Vorträge
  • Fortbildungszertifikat Phlebologie
  • Weiterbildungsermächtigung Phlebologie

Mitgliedschaften:

  • Berufsverband der deutschen Chirurgen (BDC )
  • Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie ( DGG )
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie ( DGP )
  • Berufsverband der Phlebologen (BVP)
  • Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Phlebologen
  • American Vein & Lymphatic Society
  • Mitglied im Vorstand AG Endovenöse Therapieverfahren, (DGP)
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