Die Laserbehandlung der Varikosis

Zur Behandlung der Stammvarikosis der Vena saphena magna und parva sind die endovenösen Verfahren heute fest etabliert und zukunftsweisend.

Mit endovenösen Lasersystemen begann die revolutionäre Geschichte der endovenösen Krampfaderbehandlung: eine Laserfaser war die Pioniertechnologie in diesem Bereich.
Ein dünner Laserkatheter war das erste technische Instrument, welches zur thermischen Katheterbehandlung bei Krampfaderleiden weltweit angewendet wurde. Die Therapie erfolgt immer unter sonographischer Kontrolle.
Erstmals führte Dr. Carlos Boné Salat im Jahr 1998 in Spanien eine Lasertherapie bei einer Stammveneninsuffizienz zu Behandlung des Krampfaderleidens durch.

Anfänglich wurden sog. Diodenlaser mit Wellenlängen von 810, 940 und 980 Nanometern verwendet. Diese Wellenlängen waren für eine Absorption im Bereich von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff bzw. Transportprotein für Sauerstoff im Blut) optimiert. Die ersten Laser waren sogenannte Barefiber-Systeme, bei denen die Abstrahlung des Laserlichtes an der Sondenspitze geradeaus erfolgte (vergleichbar mit dem Lichtstrahl einer Taschenlampe). Über eine Erhitzung des Blutes wird die Venenwand thermisch indirekt zerstört. Die Punktion, Platzierung des Katheters und anschließende thermische Behandlung erfolgt immer obligat unter sonographischer Kontrolle.

Im Laufe der Zeit wurden weitere Lasersysteme mit längeren Wellenlängen im Bereich 1320 bis 1570 Nanometern entwickelt. Die Absorptionsspektren dieser Laser befanden sich nun in dem Bereich von Wasser. Im Vergleich mit den zuvor favorisierten Wellenlängen, verbesserten sich die Therapieergebnisse und es wurden höhere Verschlussarten der behandelten Venen erreicht. Mit den neuen Wellenlängen und dem veränderten Absorptionsspektrum wurde eine bessere Wirksamkeit der thermischen Schädigung der Venenwand beobachtet.

Das Laserverfahren erfuhr außerdem in den letzten Jahren eine ständige Verbesserung, vor allem durch diverse Entwicklungen der Industrie. Die Laserkatheter wurden modifiziert und weiterentwickelt.

Wie bereits erwähnt, wurde durch Veränderungen der Wellenlängen des abgestrahlten Laserlichtes eine Optimierung der Behandlungsergebnisse erreicht. Dies wurde im Verlauf durch viele Studien nachgewiesen.
Vor allem aber mit der technischen Weiterentwicklung und Abstrahlung des Laserlichtes in radialer Technik konnte eine deutlich bessere und gezieltere Behandlung und thermische Ablation der Venenwand erreicht werden. Das Laserlicht wird im Winkel von 90 Grad an der Faserspitze zirkulär und homogen abgestrahlt, was eine ideale Rundumbestrahlung der Venenwand bedeutet. Neuere Fasersysteme ermöglichen ggf. über eine Doppelringabstrahlung eine noch bessere Wirksamkeit.

Die lokale Energieabgabe (LEED) bei der Lasertherapie wird durch eine definierte Rückzugsgeschwindigkeit mit der Sonde und die Energieeinstellung am Generator geregelt. Diese kann optimal für jeden Durchmesser der zu behandelten Vene am Lasergenerator individuell angepasst werden. So ist die Behandlung standardisiert und sicher: die Ergebnisse sind überprüfbar und vergleichbar. Durch eine sogenannte Tumeszenzanästhesie (lokale Umspritzung der Vene mit physiologischer Kochsalzlösung) wird das umgebende Gewebe leicht gekühlt, geschützt und geschont, die eigentliche Behandlung der Venenwand selbst ist dadurch nahezu schmerzfrei.

Weitere Vorteile der neuartigen Lasersysteme bestehen vor allem auch im sehr geringen Durchmesser der Sonde. Für das Einbringen des Lasers in die zu behandelnde Vene sind nur winzige Punktionen mit einer dünnen 16 G Kanüle (vgl. mit einer Infusionsnadel) notwendig. Die Punktionen bleiben später unsichtbar, es entstehen keine sichtbaren Narben! Hiermit könne auch sehr kurze Venensegmente und Perforansvenen behandelt werden.

In Kombination mit einer Verödungsbehandlung kann auch auf eine Entfernung von Krampfadern oder sichtbaren Varizen – je nach Erfahrung des Anwenders – gänzlich verzichtet werden.

Die Behandlung der Varikosis wurde mit dieser modernen Lasertechnologie revolutioniert. Allerdings ist die Erfahrung mit der Anwendung der Methode für die Ergebnisse sehr bedeutsam und entscheidend.

Die wesentlichen Risiken der Behandlung bestehen in einer Hitzeschädigung des umgebenden Gewebes, einer endothermal und hitzeinduzierten Ausbildung einer Thrombose in den tiefen Venen, sowie in leichten Sensibilitätsstörungen der Haut.

Bei der geringen Invasivität des Eingriffes sind die anschließenden körperlichen Einschränkungen sehr gering. Zudem kann die Behandlung immer ambulant erfolgen. Auch könne beide Beine in einer Sitzung behandelt werden. Dies stellt für viele Patientinnen und Patienten in der heutigen Zeit einen sehr großen unverzichtbaren Vorteil dar.

Kurze Behandlungszeiten, kurze Arbeitsausfallzeiten, weniger Nachsorgetermine und mehr Mobilität. Entscheidende Vorteile bei der Behandlung der Varikosis für viele Menschen bei ansonsten optimalen Ergebnissen.

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