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Die modernste Methode zur Behandlung des Krampfaderleidens derzeit ist der Radiallaser. Die Pioniertechnik der modernen Venentherapie, die Verwendung von Laserlicht zum Verschluss der Krampfadern - weltweit erstmals 1999 durchgeführt - wurde technisch weiterentwickelt. Die Entwicklung des Lasers geht auf Vorarbeiten von Albert Einstein zurück. Der Laser ist in vielen technischen Bereichen und in der Medizin nicht mehr wegzudenken. Das Prinzip des Lasers bei der Behandlung der Krampfadern ist genial: ein von einem Diodenlaser produzierter Photonenstrahl/Lichtstrahl einer bestimmten Wellenlänge trifft auf die Venenwand und wird dort von Molekülen des Gewebes gezielt absorbiert. Die dadurch bedingte Erwärmung führt zu einer Denaturierung der Strukturen, welche dann von körpereigenen Zellen abgebaut werden.

Es zeigte sich, dass längere Wellenlängen im infraroten Bereich bessere Energieabsorptionen im Gewebe erreichen. Zudem ließen sich mit der Zeit dünnere Glasfaser-Katheter mit hoher Materialstabilität und Qualität produzieren.

Durch den geringen Durchmesser der neuen Katheter Generation wurde das Einführen der Sonden in die Vene mittels Punktion unter Verwendung einer Kanüle möglich. Bleibende sichtbare Narben lassen sich mit dieser Punktionstechnik vermeiden. Im Prinzip kann jede punktierbare Vene gezielt verschlossen werden. Der Vorteil ist, dass sich auch die Seitenäste und unschönen Krampfadern bei nur einem Behandlungstermin zum großen Teil beseitigen lassen. Gerade sehr ausgeprägte Befunde eignen sich ideal für diese Methode und profitieren ganz enorm von der besonders schonenden Behandlung.

Die radiale Abstrahlung des Laserlichtes ersetzte den axialen Laserstrahl bei der ursprünglichen einfachen Faserspitze, der Bare Fiber. Radial bedeutet in diesem Fall, dass Laserlicht an der Faserspitze rundum zirkulär abgegeben wird, im Gegensatz zur axialen Abstrahlung beim sogenannten Bare Fiber. Die Bare Fiber Faser wurde ursprünglich bei diesem Verfahren ausschließlich verwendet. Axial trifft der Laserstrahl punktuell, mit hoher lokaler Energie auf die Venenwand, vergleichbar mit dem Lichtstrahl einer Taschenlampe in einem Tunnel. Bei der moderneren radialen Methode wird das Laserlicht im Glaszylinder der Faserspitze zirkulär verteilt und bestrahlt somit die komplette Zirkumferenz der Vene. Die gewünschte Wirkung im Gewebe wird durch die gleichmäßige Verteilung der Energie schonender erreicht und unerwünschte Nebenwirkungen lassen sich im Vergleich zur Bare Fiber auf ein Minimum reduzieren, bei Nutzung der Bare Fiber konnten bei punktuell hoher Energieleistung schon Verbrennungen oder Gewebsverletzungen auftreten.

Das übrige Behandlungsprinzip der Lasertechnologie bei der Behandlung von Krampfadern blieb unverändert: bei kontinuierlichem Rückzug der Sonde wird die zu behandeln Vene verschlossen. Die Lage der Sondenspitze und die Reaktion des Gewebes auf die Laserbestrahlung wird während der Behandlung beständig mit Ultraschall kontrolliert. Die für die Behandlung notwendige Energie ist im Wesentlichen abhängig vom Durchmesser der Vene bzw. von der Ausdehnung des jeweiligen Befundes (vor allem der Durchmesser ist entscheidend). Bei einfachen Behandlungen bzw. geringerem Durchmesser der Vene, wird weniger Energie benötigt. Sind die Krampfadern sehr ausgeprägt, muss mehr Laserenergie abgegeben werden, um einen sicheren Verschluss zu erreichen und einen Behandlungserfolg zu garantieren. Der Generator (Diodenlaser) erzeugt Licht einer bestimmten Wellenlänge. Die verwendete Wellenlänge ist ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg. Eine verbesserte Energieabsorption führt zu höheren Verschlussraten der behandelten Venen und damit besseren Resultaten. Die Laser der ersten Generation erzeugten Wellenlängen im Bereich von 810 bis 980 Nanometer, dieses Licht war bewusst für die Absorption von Hämoglobin (dem roten Blutfarbstoff) optimiert. Längere Wellenlängen, wie die heute häufiger verwendeten 1470 Nanometer, werden vorzugsweise von Wassermolekülen absorbiert. Es zeigte sich, dass eine Absorption im Bereich von Wasser eine deutlich bessere Energiewirkung im Gewebe bzw. in der Venenwand erreicht, als die zuvor verwendeten kürzeren Wellenlängen. In Pforzheim verwenden wir auch Lasergeneratoren der allerneusten Generation, welche die Wellenlänge 1940 Nanometer erzeugen. Die Energieabsorption im Wasser ist nochmals vierfach stärker als bei 1470 Nanometer Wellenlänge. Gleichzeitig ist eine Lichtpenetration in das Gewebe außerhalb der Vene nahezu ausgeschlossen, da die injizierte Tumeszenz Lösung jegliches, außerhalb der Vene vorhandenes, Laserlicht komplett absorbiert. Eine optimale Energieabsorption reduziert mögliche Nebenwirkungen, wie Hitzeschädigung der umgebenden Strukturen oder Pigmentierung der behandelten Venen bei sehr oberflächlichem Verlauf.

Um den Kontakt der Sondenspitze mit der Venenwand zu verbessern und das Bindegewebe vor der Hitzewirkung zu schützen, muss bei der Lasertherapie immer Flüssigkeit um die zu behandelnde Vene injiziert werden. Hierzu wird physiologische Kochsalzlösung verwendet (Standard-Infusionslösung 0,9% NaCl). Diese Methode wird auch als Tumeszenz bezeichnet. Jedoch wird dieser Kochsalzlösung ein Lokalanästhetikum zugesetzt. Dadurch werden eventuell auftretenden Schmerzen, wie eine Hitzeentwicklung im Gewebe bei aktiviertem Laserstrahl, noch stärker reduziert. Durch Verwendung von gekühlter Lösung ist die Hitzewirkung des Lasers praktisch nicht zu spüren. Lediglich die Punktionen, welche für das Injizieren der Tumeszenz Lösung notwendig sind, sind spürbar und mitunter sehr schmerzhaft, vor allem bei Behandlung ausgedehnter Befunde und sehr vielen Punktionen. Da wir bei diesem Verfahren fast immer sehr dünnen Fasern verwenden, sind keine zusätzlichen Stiche oder Inzisionen notwendig. Alle defekten Venen werden auf einmal behandelt, sichtbare Narben entstehen keine.

Im Sinnen eines optimalen Komforts für die Patienten ist dieser Eingriff nur schmerzfrei unter Gabe von Medikamenten zur Schmerzlinderung. Wir führen den Eingriff daher meistens mit einer Anästhesistin durch. Dadurch kann die Therapie nahezu schmerzfrei durchgeführt werden. Im Anschluss an die Laserbehandlung sind nur noch Kontrollen und kleine Nachbehandlungen, wie zum Beispiel Verödungen von eventuell noch sichtbaren Seitenästen notwendig.

Die heute verfügbaren Laserfasern haben die geringsten Durchmesser aller derzeitigen zur Venentherapie verfügbaren und zugelassenen Katheter. Zum Einführen des Lasers sind Punktionen mit einfachen Infusionskanülen ausreichend. Es entstehen keine sichtbaren Narben. Alle Venensegmente und Seitenäste können in einer ambulanten Sitzung behandelt werden. Zusätzliche Schnitte und Stiche zur Entfernung von Seitenästen sind bei Anwendung dieser speziellen Technik nicht mehr notwendig. Und dies bei kosmetisch idealen Ergebnissen.

Wie bei allen endovenösen Verfahren ist die individuelle Erfahrung des Anwenders mit der Methode für das Ergebnis ganz entscheidend.

Das Laserverfahren hat sich in den letzten Jahren weltweit bei der Behandlung von Krampfadern als Standardverfahren immer mehr durchgesetzt. Die Verringerung der Sonden Durchmesser, die radiale Lichtabstrahlung und die längeren Wellenlängen waren weitere entscheidende Meilensteine auf dem Weg zu einer noch besseren und schonenderen Behandlung. Die konventionelle OP-Methode wird so immer mehr von den moderneren Verfahren verdrängt. Die Entwicklungen der Physik und Medizintechnik kommen den Patienten zugute. Zudem gibt es für die Lasermethode bei korrekter Indikation fast keine Grenzen.