Stauungsdermatose

Venöse Erkrankungen führen sehr häufig zu Veränderungen an der Haut und Unterhaut an den Beinen. Eine Stauungsdermatose liegt vor, wenn die Hautfarbe am Unterschenkel oberhalb der Knöchel dunkel verändert ist. Der einfache Grund ist abgelagertes eisenhaltiges Pigment in der Haut. Dies entsteht nach dem Abbau von roten Blutkörperchen im Unterhautgewebe. Ursache sind venöse Stauungen bis in sehr kleine, in der Haut verlaufenden Venen (Besenreiser). Im Bereich der Innenknöchel oder Außenknöchel werden die gestauten Venen auch als Corona phlebectatica paraplantaris bezeichnet. Sind solche Venen sichtbar, ist dies ein Hinweis auf eine Schädigung des oberflächlichen oder tiefen Venensystems mit Erhöhung des venösen Drucks. Diese Situation wird als chronisch venöse Insuffizienz (CVI) bezeichnet. Die Beinvenen sind bei statischer Belastung und fehlender Bewegung (langes Sitzen oder Stehen) sehr stark beansprucht. Bei leichten Verletzungen, Einblutungen, nach Prellungen etc. treten Blutzellen (Erythrozyten) in das Unterhautgewebe über, die Zellen werden dort abgebaut, das eisenhaltige Pigment (Hämosiderin) in der Haut verbleibt als Farbstoff. Eine dauerhafte Pigmentierung der Haut mit einer typischen bräunlichen bis bläuliche Verfärbung ist die Folge. Ohne eine Behandlung der venösen Stauung kann keine Besserung der Verfärbung / Pigmentierung erwartet werden.

Nach einer Entzündung der Haut (Dermatitis) und Unterhaut (Hypodermitis) kann als Folgeerscheinung eine Dermatoliposklerose resultieren. Die entzündliche Veränderung führt zu einer dauerhaften chronischen narbigen Verhärtung der Haut und Unterhaut unter gleichzeitiger Reduktion des wichtigen mechanisch schützenden subkutanen Fettgewebes. Diese Narbenhaut ist gegenüber Weichteilverletzungen besonders empfindlich, Verletzungen sollten vermeiden werden, die Wundheilung ist stark verzögert. Fehlende Heilung führt dann zu chronischen Wunden, dem Ulcus. Bei Einbeziehung der Muskelfaszie (Muskelhaut) wird dies auch mit dem Begriff Dermatofasziosklerose umschrieben.

Fachartikel von Dr. med. Thomas Weiler

Dr. med. Thomas Weiler

Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Phlebologie

Fachwissen:

  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
  • Seit Januar 2005 niedergelassen als Gefäßchirurg in Pforzheim
  • 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie und Phlebologie
  • Ausbildungsermächtigung Fachgebiet Phlebologie
  • Endovenöse Therapieverfahren (ELVeS Radial Laser, Venefit/VNUS closure fast, Celon-Verfahren/RFITT)
  • Nationale und internationale Vorträge
  • Fortbildungszertifikat Phlebologie
  • Weiterbildungsermächtigung Phlebologie

Mitgliedschaften:

  • Berufsverband der deutschen Chirurgen (BDC )
  • Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie ( DGG )
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie ( DGP )
  • Berufsverband der Phlebologen (BVP)
  • Mitglied im Vorstand des Berufsverbandes der Phlebologen
  • American Vein & Lymphatic Society
  • Mitglied im Vorstand AG Endovenöse Therapieverfahren, (DGP)
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