Venenverödung

Konventionelle Verödung

Mit einer Verödung können Seitenastvenen, Rezidivvenen bzw. noch verbliebene Seitenastvenen nach vorausgegangener Operation behandelt werden. Das Verödungsmittel Polidocanol wird nach vorheriger Lokalisation der zu behandelnden Venenabschnitte mittels Punktion der betreffenden Venen an geeigneter Stelle in die Vene schonend injiziert. Es werden verschieden Konzentrationen des Medikamentes (0,5%, 1% oder auch 2%) verwendet. Meistens sind mehrere Punktionen notwendig, da meist größerflächige Regionen behandelt werden. In Folge der Injektion des Verödungsmittels kommt es zu einer Art Entzündungsreaktion der Veneninnenwand. Eine leichte Rötung der Haut kann auftreten, dies ist eine normale Reaktion auf die Injektion des Medikamentes und Folge der Verteilung des Wirkstoffes in den kapillaren Gefäßen der Haut. Bei anschließender lokaler, exzentrischer Kompression der behandelten Venenabschnitte (lokaler Polsterklebeverband) und durch das Tragen eines vorher angepassten medizinischen Oberschenkelkompressionsstrumpfes (Kompressionsklasse II) wird üblicherweise ein Verschluss der Seitenastvenen durch dauerhafte Verklebung der Venen erreicht. Die Verödung ist abgesehen von der Punktion mit einer winzigen Nadel nicht schmerzhaft. Manchmal kann beim Einspritzen des Verödungsmittels und ausgeprägter Reizung der Venenwand ein leichter brennender Schmerz auftreten, auch dies ist eine ganz normale Reaktion auf die Injektion.

Die Verödungsbehandlung dauert nur wenige Minuten und kann öfters wiederholt werden. Die Menge des injizierbaren Verödungsmittels ist bei der einzelnen Behandlungssitzung begrenzt, da die Verödung auch einen Verschluss von tieferliegenden Venenabschnitten hervorrufen kann (Gefahr der tiefen Venenthrombose), denn das Verödungsmittel gelangt mit dem natürlichen venösen Blutstrom auch in das tiefe Venensystem. Daher wird empfohlen, dass Sie nach der Behandlung einen Spaziergang unternehmen bzw. eine ca. 5 minütige Wadenmuskelgymnastik durchführen. Wichtig ist es nach der Verödung den lokalen in der Praxis angelegten Kompressionsverband mindestens 36 Stunden bis 48 Stunden (je nach Befund) am Bein zu belassen. Nach der Verödung ist eine Wadenmuskelgymnastik sinnvoll um eine ausreichende Verteilung und Verdünnung des Medikamentes über das tiefe Venensystem zu erreichen. Eine sportliche Betätigung nach einer ausgedehnten Verödungsbehandlung ist im Sinne eines guten kosmetischen und funktionellen Resultates der Behandlung in den ersten 7 Tagen nach der Therapie nicht ratsam.

Schaumverödung

Eine spezielle Form der Verödung von Seitenastvenen ist die Schaumverödung. Hierbei wird das sonst unverdünnte Verödungsmittel mit Luft in einem speziellen Mischungsverhältnis aufgeschäumt und somit verdünnt. Man erreicht dadurch eine Vergrößerung des Volumens des Verödungsmittels und auch der damit injizierbaren Menge bei gleichbleibender Dosis des Wirkstoffes. Der Schaum verbleibt etwas länger in den verödeten Venenabschnitten. Besonders bei der Behandlung von Rezidivvenen, welche nach vorangegangener Venenoperation neu entstanden sind, ist diese Form der Verödung günstiger.

Der Vorteil der Schaumverödung besteht darin, dass bei größerem Volumen und gleichbleibender Medikamentendosis ein größeres Gebiet von Krampfadern mit dem Verödungsmittel erreicht werden kann. So können ausgedehnte Rezidivvarikosis-Befunde sehr gut behandelt werden. Nach einer Schaumverödung kommt es häufiger als bei der konventionellen Verödung zur einen verstärkten lokalen Reaktion der behandelten Venenabschnitte, welche sich in Strangbildungen bzw. Verhärtung im Verlauf der verödeten Venenabschnitte äußern. Diese Befunde können auch anschließend für längere Zeit zu sichtbaren Pigmentablagerungen in der Haut führen, welche sich aber im Laufe der Zeit komplett und von alleine zurückbilden. Dies kann allerdings auch mehrere Monate dauern.

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