Diagnostik bei Krampfadern / Varikosis

Im Rahmen einer Routineuntersuchung zur Diagnostik bei Krampfadern bzw. zur Abklärung von Stauungsbeschwerden werden systematisch das oberflächliche und tiefe Venensystemes mit der Ultraschallmethode untersucht. Hierbei wird die Vena saphena Magna an der Innenseite des Beines und die Vena saphena parva an der Rückseite auf eine Rückstau (Reflux) des venösen Blutes aus dem tiefen in das oberflächliche Venensystem untersucht. Es werden defekte isolierte Verbindungsvenen dokumentiert, ebenso wie defekte Venenabschnitte in den oberflächlichen Unterhautleitvenen. Die defekten Venenabschnitte in der Vena saphena magna und/oder Vena saphena parva werden in der Stadieneinteilung nach Hach klassifiziert und als Befund fixiert. Dies kann später im Verlauf bei einer Kontrolluntersuchung verglichen werden, so kann eine Zunahme der Stauung bzw. des dokumentierten Befundes im zeitlichen Verlauf beurteilt und nachvollzogen werden. Die Untersuchung selbst dauert selten mehr als 5 Minuten und wird bei uns im Stehen durchgeführt.

Bei relevanten venösen Stauungsbeschwerden oder bei sichtbaren Krampfadern können so genau die Ursache dieser Beschwerden, quasi die Wurzeln der Krampfadern oder der sichtbaren Varikosis ermittelt, erklärt und hieraus ggf. auch ein Behandlungsvorschlag angeboten werden. Die Refluxmuster sind individuell, jeder Befund ist speziell und so individuell sind auch ihre Beschwerden. Eine exakte Untersuchung und die Erfahrung des Untersuchers spielen bei der Einschätzung der Befunde eine ganz entscheidende Rolle. Vor jeder erfolgreichen Therapie der Krampfadern bzw. der Varikosis steht immer eine exakte und systematische Zuordnung der venösen Stauungsmuster. Auch vor einer Verödungsbehandlung sollte eine solche Untersuchung erfolgen um ein gutes Ergebnis gewährleisten zu können.

Neben den oberflächlichen Venen werden auch orientierend die tiefen Venen systematisch untersucht. Die Hauptvenen werden auf Durchgängigkeit getestet und es wird vor allem überprüft ob Rückstauungen oder Refluxe im tiefen Venensystem, eine sogenannte tiefe Leitveneninsuffizienz, oder Veränderungen nach einer tiefen Venenthrombose vorliegen. Eine dezidierte Untersuchung des tiefen Venensystemes erfolgt meist nur bei dem Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose, bei einer behandelten tiefen Venenthrombose, bei besonderen Auffälligkeiten, Kontrolluntersuchungen nach Thrombosen oder bei sehr ausgedehnten Varikosisbefunden.

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