Gefäßkrankheiten / Venenerkrankungen und Ursachen

  • Besenreiser
    Feine, in der Haut liegende, sichtbare Venen (größere Venen erscheinen blau, kleinere meist rot).
  • Krampfadern (Varizen)
    Stark geschlängelte, unter oder auch seltener in der Haut liegende erweiterte Venen, meistens an der Innenseite des Unterschenkels oder an der Rückseite der Wade.
  • Stauungsekzem (Stauungsdermatitis)
    Juckende Hautentzündung, welche durch die Stauung des venösen Blutes in die Haut und Unterhaut hervorgerufen wird.
  • Venenentzündung (Phlebitis)
    Eine Thrombose der oberflächlichen Leitvenen, der Vena saphena magna oder der Vena saphena parva wird als Thrombophlebitis bezeichnet. Sind nur Seitenäste der oberflächlichen Leitvenen betroffen, spricht man von einer Varikophlebitis. Eine Venenentzündung kann sich über die Verbindung der Unterhautleitvenen mit dem tiefen Venensystem auf das tiefe Venensystem ausbreiten. Es droht dann eine tiefe Venenthrombose mit der Gefahr einer Lungenarterienembolie.
  • Thrombose
    Bei dem Begriff Thrombose handelt es sich um eine allgemeine Bezeichnung für den Verschluss von Blutgefäßen durch einen Thrombus (Blutgerinnsel).
  • Tiefe Venenthrombose
    Durch Gerinnung des Blutes in den tiefen Leitvenen entsteht ein thrombotischer Verschluss der betreffenden Vene. Bei fehlender Behandlung kann sich die Thrombose weiter ausdehnen. Kommt es zu einer spontanen Ablösung von Teilen des Thrombus wird das Gerinnsel über den natürlichen Weg des Blutstromes zum Herzen transportiert und über das rechte Herz in die Lungenarterien gepumpt, es entsteht dann eine Lungenarterienembolie.
  • Offenes Bein (Ulcus cruris)
    chronische schmerzhafte Wunde am Unterschenkel oberhalb des Innenknöchels infolge einer ausgeprägten venösen Stauung in die Haut und Unterhaut.
  • Lymphödeme
    Eiweißreiche, feste Ödeme, die ohne erkennbare Ursache (primäre Lymphödeme) auftreten oder durch Schädigung oder Überlastung von Lymphbahnen entstehen (sekundäre Lymphödeme).

Krampfadern (Varizen) sind die häufigste Gefäßkrankheit der Beinvenen. Sie entstehen durch krankhafte Veränderungen der Venenwände in den oberflächlichen Venen. Sehr häufig sind auch die tiefe Venenthrombose und deren Folgeerkrankungen, die Lungenembolie oder die chronische Schädigung der Beinvenen, das postthrombotische Syndrom.

Wie entstehen Krampfadern?

Das Venensystem führt das vom Herzen durch die Arterien (Schlagadern) in den Körper gepumpte Blut zum Herzen zurück. Der Blutrückstrom wird hierbei durch die Sogwirkung des Herzens, durch die Funktion der Venenklappen - welche einen Blutrückstrom durch Klappenschluss verhindern - sowie durch Kompression der tiefen Venen innerhalb der Muskeln gewährleistet. Diese Kompression der Venen im Bein durch die umgebende Muskulatur von außen wird als Muskelpumpe, in den Beinen als Wadenmuskelpumpe bezeichnet. Das System ist gerade in den Beinvenen beim aufrechten Gang besonders wichtig und effektiv, denn das Blut aus den Beinen muß den längsten Weg zum Herzen zurücklegen und der Blutfluß ist beim Gehen und Stehen komplett gegen die Schwerkraft gerichtet.

Meistens beginnt die Krampfader-Erkrankung an den so genannten Mündungsklappen in der Leiste (Einmündung der Vena saphena magna) oder in den Kniekehlen (Einmündung der Vena saphena parva).

Die Venenwand wird erweitert und die Klappen sukzessiv geschädigt, so dass der Ventilmechanismus nicht mehr funktioniert bzw. das Rückschlagventil, die Venenklappe ihre Funktion verliert. Nach und nach kommt es durch den Rückstau und die Druckerhöhung in der betreffenden Stammvene zu einer weiteren Schädigung der folgenden Venenklappen. Ist ein längeres Stück einer Stammvene geschädigt wird dies als Stammvarikosis bezeichnet. Die Vene ist quasi ein Blutgefäß ohne Rückstromventil und das venöse Blut wird in dieser Vene in aufrechter Körperposition nach unten gestaut. Ähnlich wie in einem Regenfallrohr oder einem Gartenschlauch staut sich das Blut nach unten, am unteren Ende der defekten Strecke kommt es infolge des venösen Drucke zur Ausbildung von typischen Krampfadern. Diese werden meistens am Unterschenkel innenseitig oder an der Rückseite sichtbar. Vor allem im Stehen und Sitzen, abends und in der wärmeren Jahreszeit und bei statischer Belastung bzw. an Tagen mit wenig körperlicher Bewegung werden die Krampfadern (Varizen) aufgestaut und sichtbar und verursachen typische Beschwerden. Je länger die Strecke der defekten Vene ist und je größer ihr Durchmesser umso höher ist der venöse Staudruck am unteren Ende und umso stärker sind meist die Beschwerden.

Ursachen für Gefäßkrankheiten

Eine krankhafte Erweiterung der Venen, die zu Krampfadern (Varikosis) führt, kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten zählen:

  • die angeborene Venenwand- oder Venenklappenschwäche
  • die Bindegewebsschwäche.

Ungünstig wirken sich aus:

  • Hormoneinwirkung (z. B. Einnahme der Pille)
  • Schwangerschaften
  • Bewegungsmangel allgemein
  • häufiges, langes Stehen und Sitzen
  • Übergewicht
  • Wärme

Schäden, die bei fehlender Behandlung auftreten können

Wenn die Gefäßkrankheit länger besteht und nicht behandelt wird, werden immer mehr Venensegmente geschädigt. Der chronische Stau des Blutflusses führt zur Ausbildung von unsichtbaren oder auch sichtbaren Krampfadern und verursacht Beschwerdebilder bzw. chronische Folgeschäden. Durch die venöse Stauung kann es auch zu einer Aktivierung der Gerinnung in den oberflächlichen und tiefen Venen kommen.

Hier einige Beispiele:

  • Chronische Schwellneigung
  • juckende Hautentzündungen (Stauungsekzeme)
  • Hautverfärbungen und Verhärtungen (Stauungsdermatose)
  • Verhärtungen der Haut, Unterhaut und Faszie (Dermatolipofasziosklerose)
  • kleine bis großflächige Geschwüre (Ulcus cruris)
  • Thrombose der oberflächlichen Venen und Varizen (Thrombophlebitis, Varicophlebitis)
  • Tiefe Venenthrombose mit Gefahr einer Lungenembolie

Je nach Dauer und Schwere der Venenerkrankung können verschiedene klinische Erscheinungsformen entstehen.

© 2014 Venencentrum Pforzheim