Tiefe Venenthrombose

Tiefe Venenthrombose - eine schwerwiegende Erkrankung des Venensystems. Dabei kommt es zu einer Gerinnung des Blutes in den tiefen Hauptvenen. Bei einer spontanen Ablösung von Teilen des Thrombus kommt es über den natürlichen Weg des Blutstromes zu einer Lungenembolie.

Ursachen der tiefen Venenthrombose

Meistens wirken bei der Entstehung einer Thrombose mehrere Faktoren mit, die sich im Effekt gegenseitig addieren. Schon der Pathologe Virchow erkannte, dass drei Faktoren (Virchow‘sche Trias) eine Thrombose begünstigen: vermehrte Gerinnungsneigung des Blutes (Thrombophilie), verlangsamte Blutströmungsgeschwindigkeit in den Venen und Schädigung der Venenwand (durch Verletzung oder Entzündung).
Als Beispiele für die Verursachung und Entstehung von Thrombosen können folgende Situationen genannt werden: Bewegungsmangel (z. B. lange Flugreisen, Immobilisation von Gelenken durch Gipsverbände, langes Liegen) führen durch geringere Betätigung der Wadenmuskelpumpe zu einer Verlangsamung des Blutflusses in den Venen. Verletzungen und Operationen aktivieren das Gerinnungssystem. Angeborene und erworbene Gerinnungsstörungen (Thrombophilie), Schwangerschaften sowie Hormoneinnahme (Anti- Babypille), erhöhen das Risiko für die Entstehung einer tiefen Venenthrombose. Ebenso steigt das Risiko für die Entstehung einer tiefen Venenthrombose mit zunehmendem Lebensalter.

Beschwerden bei einer tiefen Venenthrombose

Zu Beginn verläuft eine Thrombose meist unbemerkt, solange nur kleine Venen betroffen sind und der venöse Blutabfluss aus dem Bein im Wesentlichen ungestört ist. Ein Druckgefühl in der Wade, bzw. in der Region der Thromboseentstehung, kann auftreten. Wenn der venöse Blutabfluss aus dem Unterschenkel relevant behindert ist, werden die Beschwerden stärker. Typisch sind Schmerzen in der Wadenmuskulatur (Spannungsgefühl), vor allem beim Gehen mit Schwellung und Wärmegefühl des Unterschenkels. Bei stärkerer Ausdehnung der Thrombose kann auch eine Blauverfärbung des Beines durch die venöse Stauung (Zyanose) auftreten. Die Beschwerden bessern sich bei Hochlagerung und Schonung des Beines. Häufig ist das Beschwerdebild jedoch nicht ganz typisch. So bleiben viele Thrombosen zunächst unentdeckt, oder werden zunächst als Muskelkater oder Muskelriss interpretiert. Daher ist bei relevanten Beschwerden eine Untersuchung beim Arzt sinnvoll.

Therapie der Thrombose

Die meisten Thrombosen können bei frühzeitiger Diagnose und gezielter Therapie vollständig ausheilen. Sobald bei Ihnen eine Thrombose festgestellt wurde, wird die Behandlung eingeleitet. Im Vordergrund steht die Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten (Antithrombotika), meist aus der Substanzklasse der niedermolekularen Heparine oder synthetische Analoga, welche als Bauchspritzen verabreicht werden müssen.

Eine weitere wichtige Maßnahme bei der Therapie der Thrombose besteht in der Verordnung einer festen Kompression (medizinische Kompressionsstrümpfe). Hierdurch wird der venöse Blutfluss in den Beinen verbessert.
Entsprechend der Ausprägung des Befundes und vorhandener Begleiterkrankungen werden Sie ambulant oder stationär behandelt. Wichtig ist körperliche Bewegung (Mobilisation) zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe und Verbesserung des venösen Rückstromes aus den Beinvenen.

Lesen Sie im Fachartikel "Tiefe Beinvenenthrombose und Lungenarterienembolie" mehr über diese Venenerkrankung.

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